Plastisch-Ästhetische Chirurgie | Gesicht

Plastisch-Ästhetische Chirurgie

Das Streben nach Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes ist kein Phänomen unserer modernen Gesellschaft. Durch alle Zeiten und Kulturen hat es solche Eingriffe gegeben. Der Unterschied zu unserer heutigen Situation sicher besteht unter anderem darin, dass die öffentliche Aufmerksamkeit für die plastisch-ästhetische Chirurgie in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen ist.

Die Besonderheit solcher Eingriffe liegt darin, dass im Verhältnis zwischen Arzt und Patient nicht mehr der Arzt sondern der Patient die Notwendigkeit einer Behandlung sieht. Im Prinzip hat die plastisch-ästhetische Chirurgie zwei große Bereiche, zum einen gibt es formverändernde Eingriffe, zum anderen solche, die die natürlichen Alterungsprozesse aufhalten oder bestenfalls umkehren sollen. Insoweit dient dieser Bereich weniger der Behandlung von Erkrankungen im eigentlichen Sinne, sondern der Veränderung von Varianten der Natur wie bei einer ausgeprägten Höckernase und der Milderung von Alterserscheinungen.

Facelifting Gesichtsstraffung

Hautalterung:

Mit zunehmendem Alter nimmt die Neubildung von elastischen und kollagenen Fasern ab. Die Haut und das Unterhautgewebe des Gesichtes und des Halses verlieren an Elastizität und Spannung – das Gesicht erschlafft. Es bilden sich die sogenannten Hamsterbäckchen neben dem Kinn, tiefe Falten um den Mund, an der Oberlippe und im Bereich der Augen (Krähenfüße). Am Hals zeigen sich auffällige Muskelbänder, die Platysmastränge. Der Ausdruck des Gesichtes wird traurig und abgespannt. Das überträgt sich häufig auf den Gesamtorganismus und führt zu einer allgemeinen Müdigkeit.
Ein Facelifting kann Ihrem Gesicht den Ausdruck jugendlichen Elans wiedergeben und die frühere Dynamik Ihres Lebens wieder spürbar machen.

Korrektureingriffe:

Facelifting

Beim klassischen Facelifting wird die Haut und das darunter liegende bindegewebige System, das so genannte „SMAS“ unter Schonung der Gesichtsnerven bis nahe an den Mundwinkel angehoben und gestrafft. Damit gelingt eine Festigung des Bindegewebs-Halteapparates. Es ist ab einem Alter von 40 Jahren geeignet und kann auch im höheren Alter noch erstaunliche Erfolge erzielen. Im Durchschnitt erreicht man mit dieser Technik eine deutliche optische Verjüngung um 10 – 15 Jahre.

Stirnlifting

Neben den normalen Hautalterungsprozessen hinterlässt auch eine ausgeprägte Mimik besonders an der Stirn und zwischen den Augen (Glabellaregion) tiefe Furchen, die dem Gesicht häufig einen zornigen und verkniffenen Ausdruck verleihen. Beim Stirnlifting wird die Haut der Stirn gestrafft und die Zornesfalten-Muskulatur durchtrennt. Damit wird ein Anheben der Augenbrauen erreicht, was Ihrem Gesicht seine Klarheit zurückgeben kann und zu einem wacheren Eindruck führt. Die Schnitte liegen versteckt im Haar.

Halslifting

Hängende Halspartien, Halsfalten oder auch ein Doppelkinn werden als sehr störend empfunden. Wir führen die Straffung des Halses meist in Kombination mit einem konventionellen Facelifting durch. Es erfolgt die Entfernung der nach Straffung überschüssigen Haut und die Durchtrennung der störenden Stränge am Hals. Die gleichzeitige Absaugung eines Doppelkinns kann das gewünschte Resultat häufig optimieren. Die Schnitte werden hinter dem Ohr in die Haare gelegt

Das komplette Facelifting beinhaltet die Straffung der unteren Gesichtshälfte, der Stirn und des Halses. Es ist der am häufigsten durchgeführte Eingriff, weil er eine Verjüngung des gesamten Gesichtes und des Halses für eine Dauer von 8 bis 10 Jahren bewirkt.

Faltenbehandlung

Der Prozess der Hautalterung geht einher mit einer Abnahme von elastischen und kollagenen Fasern. Ebenso nimmt die Kapazität des Gewebes Wasser zu speichen ab, so dass der Gewebedruck (Turgor) sinkt. Bestimmte Umwelteinflüsse wie Sonnenexposition aber auch das Rauchen können diese Entwicklungen deutlich beschleunigen. Dadurch werden im Laufe der Zeit insbesondere im Gesicht und am Hals auf Grund der besonderen anatomischen Struktur in diesen Bereichen Falten sichtbar.

Man unterscheidet dabei sog. dynamischen Falten, also solchen die durch die Bewegung der Muskulatur entstehen, von sog. statischen Falten, die auch bei völliger Entspannung der Muskulatur sichtbar bleiben. Je nach Ausprägung dieser Komponenten muss das Behandlungskonzept entsprechend angepasst werden. Vorwiegend mimische Falten wie die Zornesfalten an der Stirn oder die Falten am seitlichen Lidwinkel („Krähenfüsse“) können durch gezielte Dämpfung der Muskelaktivität mittels Botulinumtoxin gebessert werden. Statische Falten wie die sog. Nasolabialfalten seitlich des Mundes können durch Unterfütterung mit einem Füllmaterial (Hyaloronsäure, Kollagen oder Eigenfett) behandelt werden. Die einzelnen Materialien unterscheiden sich bezüglich der Einsatzfelder, der Haltbarkeit der Ergebnisse und vor allem aber auch bezüglich ihrer potentiellen Risiken wie allergischen Reaktionen oder Entzündungsreaktionen. Häufig sind kombinierte Behandlungsansätze, eine mehrzeitige Behandlung oder bei sehr starker Ausprägung auch operative Eingriffe sinnvoll.

  • Mimikfalten
    Botulinumtoxin (Entspannung der mimischen Muskulatur)
    Botulinumtoxin A reduziert die Muskelaktivität und glättet so die Falte über dem Muskel. Die Wirkung tritt nach der Injektion mit einer Verzögerung von 10 Tagen ein und hält etwa 6 Monate an, wobei die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskulatur blockiert wird. Danach regeneriert sich der Muskel indem neue Nervenendigungen einsprossen. Die Therapie kann dann bei Bedarf wiederholt werden.
  • Falten durch Elastizitätsverlust
    Unterspritzen mit Kollagen, Hyaluronsäure, Eigenfett
    Das Unterspritzen mit sog. Fillern also Füllmaterialien hebt die Falten an und führt dadurch zu einer Glättung der Haut. Die Anzahl der Produkte ist außerordentlich vielfältig. Die Entscheidung für ein bestimmtes Material wird beeinflusst durch die gewünschte Wirkung, die Wirkungsdauer der Präparate, den Umfang des Eingriffs aber auch durch die potentiellen Risiken der jeweiligen Behandlung.

Lidstraffung

Der Prozess der Hautalterung führt zu einer nachlasssenden Elastizität des Gewebes, der einerseits zur Verlagerung von Fettanteilen aus der Augenhöhle führt, andererseits einen Hautüberschuß bilden kann. An den Lidern ist dieser Prozeß deshalb häufig zuerst auffällig, weil dort die Haut besonders dünn ist.

Der Hautüberschuß am Oberlid kann dazu führen, dass die Lidfalte nicht mehr zu erkennen ist oder gar die Haut auf den Wimpern aufliegt. Neben einem müden oder traurigen Gesichtsausdruck kann es auch zum Gefühl schwerer Lider kommen. Daraus entwickelt sich gelegentlich sogar ein Spannungskopfschmerz im Stinbereich. Die so genannten Tränensäcke haben eigentlich mit dem Tränenapparat des Auges nichts gemein, sondern entstehen, weil sich Fettgewebe der Augenhöhle auf Grund der erschlafften elastischen Bindegewebsfasern und der spannungsärmeren Augenmuskulatur nach vorn wölben.

Die Korrektur mit Entfernung der überschüssigen Haut und des Fettes am Ober- und Unterlid kann in örtlicher Betäubung erfolgen. Der Schnitt wird am Oberlid in die natürliche Lidumschlagfalte und am Unterlid unterhalb der Wimpernreihe angelegt. Mittlerweile wird eine Entfernung von Fettgewebe höchstens sehr sparsam vorgenommen, da sonst der Eindruck tiefliegender Augen entstehen kann. Die Operation soll vielmehr zu einer Straffung des Bindegewebes führen.

Nasenkorrektur

Das ästhetische Empfinden für die Form der Nase ist bei jedem Menschen sehr unterschiedlich. Hier spielen auch kulturelle Einflüsse eine große Rolle. In Mitteleuropa werden z. B. größere Nasenhöcker, breite Nasenflügel aber auch herabhängende Nasenspitzen als störend beurteilt. Die Korrektur der Nase, die zu einer Beeinflussung des Gesichtsprofils führt, ist ein sehr anspruchsvoller Eingriff, der durch einen erfahrenen plastischen Chirurgen vorgenommen werden sollte.

In ausführlichen Beratungsgesprächen versuchen wir mit Ihnen gemeinsam die individuellen Möglichkeiten und Grenzen für eine geeignete Nasenform auszuloten.

Die Operation wird je nach Aufwand in örtlicher Betäubung oder in Allgemeinnarkose über einen Schnitt innerhalb der Nase (sog. geschlossene Nasenplastik) oder ggf. zusätzlich mit einem Schnitt im Bereich des Nasensteges (sog. offene Nasenplastik) durchgeführt. Von da aus werden die formbildenden Elemente der Nase (Knorpel und Knochen) freigelegt und in gewünschter Weise ausgeformt. Zur Verschmälerung ist beispielsweise das kontrollierte Brechen des Nasengerüstes an den Seiten notwendig. Nach der Operation ist deshalb die Unterstützung des Gerüstes durch Austopfen der Nase von innen (Tamponade) sowie deren Schienung von außen erforderlich.

Ohrkorrektur

Die Form der Ohrmuschel ist individuell sehr unterschiedlich. Abstehende oder so genannte Schalenohren können als Makel empfunden werden, die vor allem bei Kindern nicht selten zu Hänseleien führen. Deshalb werden Korrekturen zumeist bereits im Kindesalter vorgenommen. Gelegentlich fällt die Entscheidung für eine Operation auch erst bei jungen Erwachsenen.

Technisch gibt es dabei keine Unterschiede. Die Korrektur der Ohren hat zum Ziel haben, dass beide Ohren nicht nur angelegt sondern auch symmetrisch ausgeformt werden.

Über einen Schnitt hinter der Ohrmuschel wird bei der Operation, die je nach Umfang in örtlicher Betäubung oder Narkose durchgeführt werden kann, der Ohrknorpel freigelegt und neu geformt. Eine solche Korrektur der Ohrmuschel ist in der Regel beständig.

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Die häufig synonym verwandten Begriffe „kosmetische“ oder „Schönheitschirurgie“ sind nicht geschützt. D. h. es bedarf keiner speziellen Ausbildung, wenn ein Arzt in seiner Bezeichnung diese Begriffe führt. Demgegenüber muss der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie eine mindestens sechsjährige Weiterbildung an einer durch die Ärztekammern zugelassenen Weiterbildungsklinik leisten. In dieser Zeit sind auch eine bestimmte Zahl plastisch-ästhetischer Operationen vorgeschrieben. Die Bezeichnung darf nur führen, wer vorgeschriebene Inhalte der Weiterbildung absolviert und schließlich eine Prüfung vor der Ärztekammer bestanden hat. Deshalb kann man in diesem Zusammenhang nur den Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie als sozusagen geschützte Bezeichnung anerkennen.

Unsere vordringliche Aufgabe sehen wir darin, Patienten, die sich für solche Eingriffe interessieren, nicht allein über grundsätzliche technische Möglichkeiten und Alternativen zur Veränderung bestimmter Merkmale zu informieren, sondern vor allem auch eingehend darüber zu beraten, ob eine Operation zur Lösung des Problems überhaupt geeignet ist und selbstverständlich auch welche Risiken damit im Zusammenhang stehen. Dazu reicht ein Gespräch erfahrungsgemäß nicht aus. Es kann also durchaus möglich sein, dass der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie seinem dem Patienten auch mitteilt, dass ein operativer Eingriff nicht geeignet ist, das angesprochene Problem zu beseitigen.

Wer führt die Behandlung durch?

Dr. med. Steffen Handstein

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

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